Vom Knipsen und schlauen Kameras


Liebe Leser, falls Sie an dieser Stelle den allein gültigen Weg zur Erleuchtung erwartet haben, muß ich Sie leider enttäuschen. Der Weg des Lichts ist für mich in allererster Linie das Malen mit Licht – die Fotographie.

Obwohl ich zugeben muß, daß die Fotographie durchaus etwas Erleuchtendes hat. Denn während ich früher nur fotografiert habe, um schöne Momente festzuhalten (denn zum Zeichnen fehlt mir jedes Talent), ist es jetzt eher so, daß mir erst das fotografisch geschulte Auge selbiges öffnet für die interessanten Facetten dieser Welt.

Ein abstraktes, schneeweißes Gebäude , dessen Schmuckelemente erst durch den Schattenwurf eindrucksvoll in Szene gesetzt werden oder das regennasse Pflaster einer nächtlichen Stadt, der BMW i8 neben der historischen Pferdekutsche oder auch die alte Dame, die mitten im größten Shoppingmeilentrubel seelenruhig ihre Tageszeitung liest – dies alles lässt mich heute innehalten und den Augenblick mit allen Sinnen genießen. Und dabei ist es noch gar nicht so lange her, da hätte ich diese kleinen Szenen nicht einmal bemerkt.

Der Mensch entwickelt sich eben weiter (im Idealfall zumindest) und es ist noch gar nicht so lange her, da ließ sich meine Vorgehensweise bei der Lichtbildnerei mit drei Buchstaben beschreiben – E.F.A. (danke Wengerd ) oder auch:

Einschalten

Fokussieren

Abdrücken.

Dies war allerdings weniger der Faulheit geschuldet, als vielmehr dem analogen Zeitalter, als man das Ergebnis stundenlanger Versuche erst bewundern durfte, nachdem man bei DM an der Kasse die entwickelten Bilder bezahlt hatte.

Eigene Gehversuche wurden dabei regelmäßig mit zu dunklen oder zu flauen Bildern bestraft, so daß ich mich schnell wieder auf die Auswahl der Motive beschränkte. Und wenn ich ganz vogelwild unterwegs war, durfte es dann auch mal ein Motivprogramm sein oder eine Blenden- bzw. Zeitvorwahl. Den Rest hat dankenswerterweise die Kamera für mich übernommen, die beim kniffligen Kombinieren von Blende, ISO und Zeit meine dürftigen Fähigkeiten ohnehin um Längen übertraf.

Irgendwann erwarb ich dann voller Enthusiasmus meine erste digitale Spiegelreflex, auf der ich – mittels Display – wenigstens schon sehen konnte, was ich tat. Der Anteil der Nicht-Vollautomatikfotos stieg damit auf gigantische 20%! Der Rest blieb weiter der Automatik überlassen. Immerhin:  Als vogelwild galt jetzt das freie Setzen der drei Parameter – was ich dann aber (diesmal wirklich aus Faulheit) schnell wieder derjenigen überließ, die das Können dazu hatte. Der Kamera nämlich.

Und dann kam meine aktuelle DSLR. Eigentlich schon keine Kamera mehr, sondern ein 16-Megapixel-Monster mit Objektivanschluß. Deren Automatik im übrigen noch besser ist als die ihrer Vorgängerin.

Nur, jetzt hatte ich ein ganz anderes Problem – mein armes Netbook. Der kleine, schlaue Kasten genügte zwar durchaus für die eine oder andere CATIA V5- Session, aber bei den RAW-Dateien meines Pixelmonsters ging er regelmäßig in die Knie. Mal eben bei 5 – 10 Bildern die Belichtung korrigieren? Das reichte locker für eine kurze Teatime zwischendurch.

Also war ich nun (endlich) gezwungen, mich näher mit diesem geheimnisvollen Dreisatz der Fotographie zu beschäftigen – Blende, ISO und Zeit…

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