Fototip: Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen


Da dieser Blog ja vor allem auch für die Vorstellung meiner Fotos gedacht ist (also über das 100er-Limits meines FC-Accounts hinaus), gibt es heute einmal Bilder aus der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen.

Die Klamm ist definitiv ein lohnender Fotospot im oberbayrischen Raum, aber sie ist auch recht anspruchsvoll – zumindest, wenn man mehr will, als die mittlerweile inflationäre Smartphoneknipserei.

Welche Motive erwarten den werten Wanderer?

Hohe, schroffe Wände, auch mal mit einer malerischen (und klapprigen) Brücke aus früheren Zeiten, als das noch der Weg für die Holztrifter, Boten und Wilderer war.

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Ein reißender Fluß (allerdings nur, wenn ausreichend Schmelz-/Regenwasser vorhanden) mit der typischen grün-türkisen   Gletscherwasserfärbung.

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Mit ein bißchen Glück Wasserfälle im Gegenlicht.

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Atemberaubende Momente, wenn sich hinter einer Biegung das Licht plötzlich bis hinunter in die Klamm kämpft und der Fels, der Gischtnebel vom Fluß und die tapfere Vegetation an den Wänden im Sonnenlicht erstrahlen.

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Ein schmaler Triftweg, der teilweise durch den Fels geschlagen wurde und natürlich Touris in ausreichender Anzahl.

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Die hohen, steilen Wände (die sich obendrein auch noch recht innig aneinander schmiegen) sorgen leider dafür, daß für den größten Teil des Tages das Licht nur vor sich hin dämmert. Daher sollte man spätestens gegen 10.00 Uhr an der Klamm sein (kostet übrigens 3,50 Euronen Eintritt), um einen möglichst hohen Sonnenstand ausnutzen zu können.

Welches Equipment ist hilfreich?

Wer sich mit Verlaufsfiltern ein bißchen auskennt, sollte diese ruhig einpacken. Kämpft sich die Sonne an der einen oder anderen Stelle doch einmal bis in die Klamm hinein, sind die Kontrastunterschiede ziemlich kraß. Die meisten Smartphones und Pocketknipsen kommen dabei an ihr Limit (Auch das iPhone!). Ein SoftGrad kann da durchaus hilfreich sein. Als Aufbewahrungsort empfiehlt sich unter den gegebenen Bedingungen allerdings eher die Gürteltasche als der Rucksack, da es auf dem Triftweg ziemlich kuschlig zugeht. In diese Tasche sollte man auch gleich noch ein Tuch für die Linse packen, da es überall von den Felsen dröppelt.

Ein Stativ würde sich theoretisch aufgrund der zickigen Lichtbedingungen gut machen, erst recht, wenn man auf den Polfilter partout nicht verzichten will. Allerdings wird das bei den restlichen Besuchern auf eher weniger Verständnis stoßen, die dann auf dem engen Pfad über Fotograf UND Stativ hinwegsteigen müssen. Ganz abgesehen davon, daß das auch nicht immer verwacklungsfrei vonstatten geht.

Ersatzweise bewährt hat sich dafür das „Guerilla-“ Stativ. Das ist nichts anderes als ein langes dünnes Seil, mit jeweils einem Stöckchen an den Enden, das mittels Schraube (zum Beispiel vom Stativ) am Stativaufnahmepunkt (nennt man das so?) der Kamera befestigt wird. Auf die beiden Enden stellt man sich breitbeinig drauf, hält das Seil schön straff und voilá – die Kamera liegt nicht mehr so zittrig in der Hand.

Das ist natürlich nicht so professionell und solide wie das Lieblings-Manfrotto, aber diese Leichtbauvariante hat durchaus Vorteile:

  1. In Kirchen, Museen, etc. wird einem als Digitalspiegelreflexkameraverwender nicht gleich unterstellt, als gewerblicher Lichtbildner die ganzen schönen Postkartenmotive finanziell für sich ausbeuten zu wollen. Statt dessen ergeben sich immer wieder nette Gespräche mit anfangs irritierten, dann faszinierten Museumsmitarbeitern. Falls nicht – mit einer Schnur in der Hand verkrümelt es sich einfacher als mit einem ausgefahrenen Stativ *g*
  2. Sie paßt in die Hosentasche.
  3. Preislich unterbietet diese Lösung JEDE Mediamarkt-Verkaufsaktion.

 

Auf dem Weg zur Partnach gibt es dann auch noch ein paar klassische Postkartenmotive

  • Schneebedeckter Gipfel mit Wald und Wiese im Vordergrund
  • jede Menge Plümchen und Käferchen
  • Pferdekutschen
  • Landwirte bei der Arbeit

… und diesen kleinen Bach hier, an dem man wunderschön Langzeitbelichtung üben kann (dann aber mit richtigem Stativ).

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Nicht wundern, wenn dann mal einer der Bauern anhält und sich seinerseits wundernd fragt, was denn an dem Rinnsal so interessant wäre. Wer in so einer unglaublichen Landschaft leben und arbeiten darf, der wird halt wählerisch.

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2 Kommentare zu “Fototip: Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen

  1. Spielt da nicht auch ein Ganghoferroman oder irre ich mich?
    Erinnert mich zumindest in irgendetwas literarisches. Oder irre ich mich?
    Die Natur ist immer wieder überwältigend. LG Lewi

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