Ich packe meinen Rucksack mit… Filterkram III


Das zweite Pferd in meinem persönlichen Arbeitsgespann ist der Graufilter. Er wird immer dann aus dem Ärmel gezogen, wenn man mehr Licht hat, als man für die Bildaussage gebrauchen kann (siehe dazu auch).

Also wenn man zum Fotografieren eines Flusses zum Beispiel schon die niedrigste ISO gewählt hat und die kleinste Blende und die Verschlußzeit immer noch zu kurz ist, um die quirligen Wasserspritzer in Feennebel zu verwandeln.

Feennebel

Kuhflucht bei Garmisch

Es gibt den Graufilter in verschiedenen Stufen, meist mit ND 6, ND 8, etc. bezeichnet, je nachdem, um wieviel Blenden der Graufilter die Verschlußzeiten erhöht (Wiki macht schlau).

Doch damit nicht genug, die Qual der Wahl geht weiter: Es gibt die Filter zum Aufschrauben auf das Objektiv, (auch dreh- und stufenlos verstellbar) und es gibt sie in eckig mit zusätzlichem Filterhalter. Planloserweise habe ich alles durchprobieren müssen, um meinen Weg zu finden. Hier meine Einschätzung:

a) Rund/zum Aufschrauben/eingeteilt nach Stufen: Klingt nach einer guten Idee, da einfache Handhabung, ist es aber nicht wirklich. Denn um das Bild einrichten zu können (vom Stativ aus) mußte ich den Filter abschrauben, um etwas zu sehen. Und beim Aufschrauben aufpassen, daß ich die Kamera nicht verstellte. Dann Probeschuß und feststellen, daß der Filter zu schwach oder zu stark war. Filterwechsel. Und spätestens dann war der Bildausschnitt dahin.

b) Rund/zum Aufschrauben/stufenlos per Drehung verstellbar: Schon besser. Zum Einrichten stellt man den Filter per Drehung auf niedrigste Dämmung, um etwas zu sehen und stellt danach die gewünschte Stufe ein. Spart eine Menge Nerven und Zeit. Sehr nützlich bei Teleobjektiven. Allerdings ist nichts perfekt… Da der Filter drehbar sein soll, ist sein Rand etwas breiter. Bei Weitwinkelobjektiven kann das zu unschöner Vignettierung führen, analog zur Streulichtblende.

Filterhaltersystem

Filterhaltersystem mit Graufilter, Grauverlaufsfilter und zusätzlichem Objektivdeckel

c) Rechteckig/mit Filterhalter/eingeteilt nach Stufen: Dieser Filter ist eigentlich ein ganzes Filtersystem, daß aus dem eigentlichen Filter, einem Filterhalter zum Einschieben und einem Adapterring für den jeweiligen Objektivdurchmesser besteht (Oben in der Mitte der Graufilter, in der unteren Reihe diverse Grauverlaufsfilter).

Yep, das klingt umständlich. Ist es auch. Und trotzdem habe ich diese Lösung für mich als den besten Kompromiß befunden.

Zunächst einmal, falls man mehrere Objektive mit unterschiedlichem Durchmesser hat, muß man nicht jedesmal neue Filter kaufen (wie bei der Schraublösung), was mitunter nicht unwesentlich am Budget knabbert. Für das Filtersystem genügt in diesem Fall jeweils ein Adapterring für drei, vier Euro. Darüber hinaus nutze ich den Filterhalter nicht nur für den Graufilter, sondern auch für Grauverlaufsfilter, zu denen ich im nächsten Abschnitt komme. Das Einrichten des Bildausschnittes ist damit kein Problem mehr, ebensowenig wie das Durchprobieren der passenden Filter.

Hinweis: es gibt für den Adapterring auch eine Art Deckel (im Bild oben links), da der reguläre Objektivdeckel dann meist nicht mehr paßt. Sehr angenehm, da man man beim Transport der Kamera nicht mehr ständig den Adapterring auf- und abschrauben muß. Und das Gewinde dankt auch.

Übrigens, alter Trick der Maschinenbauer: erst locker ein, zwei Runden gegen die Einschraubrichtung drehen, bis man ein leichtes Klacken spürt. Dann haben die Gewindegänge ineinandergegriffen und die Gefahr, das Gewinde zu überdrehen, ist geringer.

Viel mehr gibt es zum Graufilter eigentlich nicht zu sagen, außer vielleicht, daß manche Graufilter (vor allem die preiswerteren) einen gewissen Farbstich aufweisen. Aber mit RAW-Konvertern wie Nikon View oder Lightroom ist das auch nachträglich korrigierbar.

Demnächst geht es hier weiter mit den diversen Grau- und Farbverlaufsfiltern…

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Ein Kommentar zu “Ich packe meinen Rucksack mit… Filterkram III

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